Statement zur geplanten Novellierung der Führerscheinausbildung
Die aktuell diskutierte Novellierung der Führerscheinausbildung wird mit dem Ziel einer Kostenreduzierung für Fahrschülerinnen und Fahrschüler beworben. Aus Sicht der Fahrschulen ist jedoch festzuhalten, dass die dafür in Aussicht gestellten Einsparpotenziale in der Praxis nicht umsetzbar sind.
Steigende Fixkosten, insbesondere für Personal, Fahrzeuge, Energie, Versicherungen sowie digitale und gesetzliche Anforderungen, lassen keinen finanziellen Spielraum für nachhaltige Preissenkungen.
Obwohl die Reform explizit „kostensenkend“ wirken soll, ist kein „billiger Führerschein“ im Sinne eines massiven Preissturzes zu erwarten.
Die Gründe liegen auf der Hand:
• Viele Kosten wie Übungsfahrten im realen Straßenverkehr bleiben bestehen; diese machen nach wie vor den größten Anteil an den Gesamtkosten aus.
• Simulatoren erfordern hohe Investitionen durch Fahrschulen, was zunächst zu Investitionskosten führt, die nicht vollständig als Preisersparnis an Fahrschüler weitergegeben werden können (Die Anschaffung eines Simulators umfasst Zusatzkosten von knapp 30.000€ pro Simulator).
• Reduzierte Bürokratie und digitale Inhalte können auch langfristig keine Kosten mindern, da die Aufgaben der Mitarbeiter
umverlagert werden
Daher lautet das realistisch betrachtete Fazit:
Eine moderate Kostensenkung ist unmöglich. Die zusätzlich Anschaffungen, die erforderlich werden, werden das Gegenteil erbringen
Vor diesem Hintergrund ist nicht davon auszugehen, dass der Führerscheinerwerb durch die Novellierung spürbar günstiger wird. Vielmehr besteht die Gefahr, dass zusätzliche regulatorische Vorgaben den wirtschaftlichen Druck auf die Fahrschulen weiter erhöhen, ohne einen realen Mehrwert für Fahrschüler zu schaffen.
Zudem ist zu berücksichtigen, dass sich die Novellierung derzeit noch in einem frühen Planungs- und Abstimmungsprozess befindet. Eine Umsetzung ist frühestens Ende 2026, realistisch eher Anfang 2027 zu erwarten.
Eine konstruktive Reform der Führerscheinausbildung sollte daher nicht auf unrealistische Kostensenkungsversprechen durch die Bundesregierung setzen, sondern auf Qualität, Verkehrssicherheit und verlässliche Rahmenbedingungen für Fahrschulen und Fahrschüler gleichermaßen.
